Die Prognosen sind besorgniserregend, und genau deshalb sollte sich heute jeder fragen, ob er zur Risikogruppe gehört. Worauf sollten Sie achten, um Diabetes vorbeugen zu können? In diesem Artikel erfahren Sie alles über Vererbung, Ernährung und die warnenden Signale des Körpers.

Diabetes vorbeugen und Gesundheit stärken

Der Weltdiabetestag: Ein Weckruf für die Gesundheit

Am 14. November wurde der Weltdiabetestag begangen – ein Tag, der einer Krankheit gewidmet ist, an der jedes Jahr mehr Menschen weltweit leiden. Die Internationale Diabetes-Föderation (IDF) und die Weltgesundheitsorganisation (WHO) riefen diesen Tag bereits 1991 ins Leben. Der Grund ist einfach: Die Zahl der Erkrankungen wächst rasant.

Weltweit leiden etwa 6 % der erwachsenen Bevölkerung an Diabetes. Experten sind sich jedoch sicher: Die offiziellen Statistiken sind oft zu niedrig angesetzt, da viele Menschen unwissentlich mit der Krankheit leben, ohne diagnostiziert zu sein. Typ-2-Diabetes tritt dabei am häufigsten auf und ist eng mit dem Lebensstil und der Vererbung verbunden. Laut Prognosen wird die Zahl der Erkrankten bis 2030 weiter drastisch ansteigen.

Wichtige Risikofaktoren: Kennen Sie Ihre Gefahr?

Um Diabetes vorbeugen zu können, muss man die Feinde kennen. Es gibt Faktoren, die wir nicht ändern können, und solche, die wir selbst in der Hand haben.

Vererbung und Alter

Wenn es in Ihrer Familie Fälle von Diabetes gibt, gehören Sie zur Risikogruppe. Erkundigen Sie sich bei Ihren Verwandten nach der Krankengeschichte und gehen Sie regelmäßig zur Vorsorgeuntersuchung, um Ihren Blutzuckerspiegel zu überprüfen.

Auch das Alter ist ein Faktor. Wenn Sie das 40. Lebensjahr überschritten haben, verlangsamt sich der Stoffwechsel oft, und das Risiko für Typ-2-Diabetes steigt. Ab diesem Alter sollten Sie Gesundheitsthemen besondere Aufmerksamkeit schenken.

Gesunde Ernährung zur Diabetesprävention

Übergewicht und ungesunde Ernährung

Übergewicht ist einer der stärksten Treiber für Diabetes. Fettgewebe ist nicht nur passiver Energiespeicher, sondern produziert Hormone, die das gesamte endokrine System beeinflussen. Wenn Sie übergewichtig sind, sollten Sie sich auf Insulinresistenz testen lassen. Bei vielen Menschen mit Adipositas reagieren die Zellen weniger empfindlich auf Insulin, was langfristig zu einem dauerhaft erhöhten Blutzuckerspiegel führt.

Wichtig: Versuchen Sie nicht, um jeden Preis schnell abzunehmen. Eine radikale Diät schadet oft mehr, als sie nützt. Reduzieren Sie das Gewicht schrittweise.

Vergleich: Gesunde vs. Ungesunde Lebensmittelwahl

Vermeiden / Reduzieren Bevorzugen (Diabetes vorbeugen)
Weißzucker, Süßigkeiten, Gebäck Fermentiertes Gemüse, frisches Obst (in Maßen)
Wurstwaren, Würstchen (enthalten oft versteckten Zucker) Pflanzliche Proteine, Hülsenfrüchte
Gesüßte Getränke, übermäßiger Alkohol Wasser, ungesüßter Tee

Experten raten davon ab, Zucker einfach durch künstliche Süßstoffe zu ersetzen. Es ist besser, den Süßgeschmack insgesamt zu entwöhnen. Auch schlechte Gewohnheiten wie Rauchen, Schlafmangel und zu wenig Wasser trinken belasten den Stoffwechsel zusätzlich.

Körperliche Aktivität: Jede Bewegung zählt

Nein, es geht nicht darum, dass Sie jeden Tag ins Fitnessstudio gehen müssen. Aber das Niveau der täglichen Aktivität zu erhöhen, ist entscheidend! Gehen Sie zu Fuß zur U-Bahn, nehmen Sie die Treppe statt den Aufzug oder stehen Sie auf, wenn das Telefon klingelt. Gerade die Steigerung der Alltagsbewegung – und nicht nur das sporadische Fitnesstraining – ist die beste Prophylaxe, nicht nur gegen Diabetes, sondern auch gegen Herz-Kreislauf-Erkrankungen.

Körperliche Aktivität im Alltag

Warnsignale: Symptome, die Sie nicht ignorieren dürfen

Diabetes ist tückisch, weil man die Symptome im Anfangsstadium oft kaum bemerkt. Die meisten Menschen gehen erst zum Arzt, wenn bereits Folgen eingetreten sind: Sehkraftverlust, schlecht heilende Wunden oder Herzprobleme. Damit Sie rechtzeitig reagieren und Diabetes vorbeugen bzw. behandeln können, achten Sie auf folgende Anzeichen:

  • Starker Durst und Mundtrockenheit (auch nachts)
  • Häufiges Wasserlassen
  • Verschlechterung der Sehkraft
  • Plötzlicher Gewichtsverlust ohne Diät
  • Erhöhter Blutdruck
  • Lange Zeit nicht heilende Kratzer und Wunden
  • Tiefe Risse an den Fersen
  • Verringerte Potenz bei Männern
  • Ständige Müdigkeit, Erschöpfung und Schläfrigkeit

Wenn Sie eines oder mehrere dieser Symptome bemerken, suchen Sie so schnell wie möglich einen Arzt auf! Ein Endokrinologe kann die notwendigen Tests durchführen.

Ärztliche Beratung bei Diabetes-Symptomen

Häufig gestellte Fragen (FAQ)

Ist Typ-2-Diabetes heilbar?

Typ-2-Diabetes gilt als chronisch, aber er ist oft reversibel (in Remission zu bringen). Durch Gewichtsabnahme, Ernährungsumstellung und Sport können viele Patienten ihre Blutzuckerwerte so weit normalisieren, dass sie keine Medikamente mehr benötigen. Dies sollte jedoch immer unter ärztlicher Aufsicht geschehen.

Welche Rolle spielt Stress bei Diabetes?

Stresshormone wie Cortisol können den Blutzuckerspiegel erhöhen. Chronischer Stress erschwert es dem Körper, Insulin effektiv zu nutzen. Entspannungstechniken sind daher ein wichtiger Teil der Prävention.

Wie oft sollte man den Blutzucker messen?

Gesunde Menschen über 40 sollten dies einmal jährlich im Rahmen der Vorsorge tun. Menschen mit Vorerkrankungen oder erhöhtem Risiko sollten den Empfehlungen ihres Arztes folgen.


Autorin: Natalia Filippova – Pädagogische Psychologin, Beraterin für Gewichtsmanagement und Ernährungspsychologie, Ernährungsberaterin, Expertin für Essstörungen und Wellbeing, Spezialistin für Vitamin- und Mineralstoffauswahl.

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