Hallo liebe Leser, Klagen Sie häufig über Schmerzen in den Beinen? Leider ist dies eine sehr häufige Beschwerde bei Diabetikern. Die Ursache dafür ist oft eindeutig: geschädigte Nerven. Dieses medizinische Phänomen, bei dem die Nervenbahnen beeinträchtigt werden, nennt man Diabetische Polyneuropathie. Es ist eine ernste Komplikation, die nicht ignoriert werden sollte. In der Regel gehören jene Diabetiker zur Risikogruppe, deren Blutzuckerspiegel ständig schwankt oder dauerhaft stark erhöht ist (über 9 mmol/l). Genau dieser Zustand führt zur Entwicklung der diabetischen Neuropathie. Sie kann in verschiedenen Körperteilen auftreten, manifestiert sich jedoch am häufigsten in den Händen und vor allem in den Beinen. Was ist die diabetische periphere Neuropathie? Ärzte klassifizieren Komplikationen bei Nervenschäden in den Gliedmaßen als diabetische periphere Neuropathie. Solche Komplikationen sind durch spezifische Symptome gekennzeichnet, die die Lebensqualität erheblich einschränken können: Starke, oft stechende Schmerzen Ein unangenehmes Kribbeln (oft als „Ameisenlaufen“ beschrieben) Taubheitsgefühle Brennende Empfindungen (besonders nachts) Diese Symptome werden direkt durch Probleme mit den Nerven verursacht und nicht durch äußere Reize. Ein klassisches Beispiel für diesen Zustand ist, wenn Sie nachts versuchen einzuschlafen, aber Ihre Beine sich anfühlen, als würden sie krampfen oder als wären sie extrem heiß („Burning-Feet-Syndrom“). Normalerweise ist dieser Zustand bei dauerhaft hohem Zucker konstant. Sobald sich der Blutzucker jedoch normalisiert, können die Schmerzen nachlassen. Warum Neuropathie gefährlicher ist, als es scheint Die Neuropathie ist weitaus tückischer, als viele annehmen. Sie ist progressiv, was bedeutet, dass sie sich ohne Behandlung verschlimmert und das Risiko für Komplikationen an den Füßen drastisch erhöht – bis hin zum gefürchteten diabetischen Fußsyndrom. Im Laufe der Zeit nehmen die Nervenleitfähigkeit und die Sensibilität ab. Das ist besonders gefährlich, da kleine Verletzungen, Druckstellen oder Blasen im Schuh nicht mehr gespürt werden. Normalerweise zielt die Behandlung in einem solchen Fall darauf ab, die Schmerzen zu lindern und das Fortschreiten der Krankheit zu verlangsamen. Eine Heilung bereits abgestorbener Nerven ist schwierig, daher liegt der Fokus auf dem Erhalt der noch funktionierenden Nervenbahnen. Vergleich: Gesunder Fuß vs. Neuropathischer Fuß Merkmal Gesunder Fuß Fuß mit Neuropathie Temperaturempfinden Spürt heißes Wasser oder kalte Böden sofort. Kann Verbrennungen oder Erfrierungen erleiden, ohne es zu merken. Schmerzempfinden Reagiert sofort auf Steine im Schuh oder Blasen. Spürt Verletzungen oft erst, wenn sie sich entzündet haben. Hautzustand Elastisch und gut durchblutet. Neigt zu Trockenheit, Rissen und schlechter Wundheilung. Prävention und Kontrolle: Was Sie tun können Diabetiker können das Risiko der Entwicklung einer diabetischen Neuropathie durch konsequente Vorsorge und eine korrekte Kontrolle des Blutzuckerspiegels deutlich senken. Ärzte verschreiben ihren Patienten häufig Vitamine der B-Gruppe (insbesondere B1 und B12), da diese für die Nervenfunktion essenziell sind, und versuchen, den Mineralstoffhaushalt auszugleichen. Eine entscheidende Rolle bei der Vorbeugung und Verzögerung von Symptomen spielt die körperliche Aktivität. Es gibt spezielle Sportübungen für die Beine, die bei adäquater Belastung die Gewebetrophik (Ernährung des Gewebes) verbessern und die Durchblutung fördern können. Heilgymnastik kann helfen, den Zustand etwas zu erleichtern. Wichtiger Hinweis: Bevor Sie mit dem Sport beginnen, müssen Sie die Übungen und Belastungsintensität unbedingt mit Ihrem behandelnden Arzt besprechen. Bei bereits vorhandenen Nervenschäden kann falsches Training zu Verletzungen führen. Die 5 Säulen der Vorbeugung Die Prophylaxe beruht auf einigen wesentlichen Schritten, die Sie fest in Ihren Alltag integrieren sollten: Ausgewogene Ernährung: Reduzieren Sie einfache Kohlenhydrate und setzen Sie auf ballaststoffreiche Kost. Regelmäßiger Sport: Schon 30 Minuten Spazierengehen pro Tag verbessern die Insulinempfindlichkeit. Strenge Blutzuckerkontrolle: Messen Sie regelmäßig und reagieren Sie auf Spitzenwerte. Medikamentöse Therapie: Nehmen Sie Präparate genau nach ärztlicher Anweisung ein. Vitaminversorgung: Achten Sie auf eine ausreichende Zufuhr von Vitaminen und Mineralstoffen. Tägliche Fußinspektion: Ein Muss Da die Sensibilität in den Füßen abnimmt, müssen Sie die Rolle Ihrer Nerven übernehmen: Schauen Sie hin! Untersuchen Sie Ihre Füße täglich (am besten abends) auf Risse, Hornhaut, Blasen oder kleine Wunden. Verwenden Sie einen Spiegel, um auch die Fußsohlen zu sehen. Trockene Haut sollte eingecremt werden, jedoch nicht zwischen den Zehen, um Pilzinfektionen zu vermeiden. Tragen Sie bequemes, nicht drückendes Schuhwerk und vermeiden Sie es, barfuß zu laufen. Häufig gestellte Fragen (FAQ) Ist diabetische Polyneuropathie heilbar? Eine vollständige Heilung ist oft schwierig, wenn Nerven bereits abgestorben sind. Das Hauptziel der Behandlung ist es, das Fortschreiten der Krankheit zu stoppen, die Schmerzen zu lindern und die Lebensqualität zu erhalten. Eine gute Blutzuckereinstellung ist dafür die wichtigste Voraussetzung. Welche Vitamin sind bei Neuropathie wichtig? Besonders wichtig sind die Vitamine der B-Gruppe, vor allem Vitamin B1 (Thiamin) und Vitamin B12. Auch Alpha-Liponsäure wird häufig als Antioxidans eingesetzt, um die Nerven vor weiteren Schäden durch hohen Blutzucker zu schützen. Darf ich mit Polyneuropathie Sport treiben? Ja, Bewegung ist sogar sehr wichtig, um die Durchblutung zu fördern. Allerdings sollten Sie stoßbelastende Sportarten vermeiden, wenn Sie bereits Gefühlsstörungen haben. Schwimmen, Radfahren oder Gymnastik sind oft besser geeignet als Joggen. Sprechen Sie vorher immer mit Ihrem Arzt. Passen Sie auf sich und Ihre Gesundheit auf! Beitragsnavigation Blutzucker 6–7 mmol/l: Was diese Werte wirklich bedeuten und warum Sie handeln müssen Garnelen bei Diabetes: Sind sie erlaubt? Nährwerte, Risiken und Tipps