Noch vor wenigen Jahren hatte ich bei dem Wort Vitamine ein einfaches Bild im Kopf: ein Apfel, eine Karotte und eine Zitrone. Das war alles. In meiner Welt existierten Vitamine genau so – in Form von knackigen Karotten und sauren Zitronen. Ich dachte, dass sie beim Kochen alle zerstört werden und man alles roh essen muss, um sie zu erhalten. Ich denke, viele Menschen stellen sich Vitamine ungefähr so vor. Das ist die Sichtweise eines Laien, und ich war nicht nur weit vom Thema entfernt, sondern lebte quasi auf einem anderen Planeten. Doch als ich erfuhr, dass Vitamine definitiv nicht nur Zitronen und Karotten sind, war ich sehr überrascht. Natürlich tauchte das Thema Vitamine für Diabetiker erst am Horizont auf, als ich mich mit der Krankheit auseinandersetzte. Ich erfuhr, dass bei Diabetikern oft nicht nur die Glukoseverwertung, sondern auch die Aufnahme von Vitaminen gestört ist. Das stimmte mich nachdenklich, und ich vertiefte mich in das Thema. Heute möchte ich meine Sicht auf Vitamine mit Ihnen teilen. Ich beanspruche keineswegs die absolute Wahrheit, dies ist lediglich der Blick eines interessierten Laien, der seine Gesundheit ernst nimmt. Das ABC der Gesundheit Es hat mich überrascht, dass sich die für uns wichtigsten Vitamine in den ersten Buchstaben des Alphabets verbergen: A, B, C, D, E. Einfach die ersten Buchstaben. Man unterscheidet dabei zwei Hauptgruppen: Wasserlösliche Vitamine (B und C) Fettlösliche Vitamine (A, D und E) Wasserlösliche Vitamine: Leicht rein, leicht raus Mit den wasserlöslichen Vitaminen ist es etwas einfacher. Ihr Spiegel lässt sich leicht wiederherstellen, sinkt aber auch schnell wieder. Sie reichern sich im Körper nicht an, daher ist eine ständige Zufuhr wichtig. Ein Überschuss dieser Vitamine richtet meist keinen großen Schaden an; er wird einfach ausgeschieden. Allerdings freuen sich die Nieren nicht besonders über diesen Prozess. Es ist also unmöglich, Vitamin C „auf Vorrat“ zu speichern. Es bringt nichts, kistenweise Zitronen zu essen – wir überlasten damit nur die Nieren, mehr nicht. Fettlösliche Vitamine: Vorsicht geboten Bei den fettlöslichen Vitaminen sieht die Sache anders aus. Der Spiegel baut sich langsam auf, und hier ist es wichtig, rechtzeitig aufzuhören. Ein Überschuss wird nicht einfach ausgeschieden, sondern kann sich vom Freund zum Feind wandeln. Eine Hypervitaminose (Überdosierung) von fettlöslichen Vitaminen ist durchaus gefährlich. Zu dieser Gruppe gehören A, D und E. Hier ist eine Übersicht zur besseren Orientierung: Typ Vitamine Eigenschaften Risiko Wasserlöslich B, C Werden nicht gespeichert, müssen täglich zugeführt werden. Gering (werden ausgeschieden), Nierenbelastung möglich. Fettlöslich A, D, E Speichern sich im Gewebe, benötigen Fett zur Aufnahme. Hoch bei Überdosierung (Toxizität). Detaillierter Blick auf die Vitamine Vitamine der B-Gruppe Es gibt viele B-Vitamine: B1, B2, B3, B5, B6, B9, B12. Eine für mich überraschende Eigenschaft: Sie werden beim Kochen fast nicht zerstört. Obwohl sie zu einer Gruppe gehören, können einige von ihnen die Aufnahme der anderen behindern. Es macht also keinen Sinn, sie handvollweise gleichzeitig zu essen. Gute Komplexe sind so zusammengestellt, dass sie die „freundschaftlichen“ und „feindlichen“ Beziehungen zwischen den Vitaminen berücksichtigen. Besonders wichtig für Diabetiker: Ein Mangel an Vitamin B12 tritt häufig bei Menschen auf, die keine tierischen Produkte essen, da es in Pflanzen nicht vorkommt. Aber es gibt noch einen weiteren Faktor: Die Einnahme bestimmter blutzuckersenkender Medikamente (z.B. Metformin) kann die Ausscheidung von B12 fördern. Daher ist es ratsam, den Spiegel regelmäßig zu prüfen. Quellen für B-Vitamine sind Nüsse, Kohl, Fisch, Fleisch und Eier. Teilweise werden sie auch von unserer Darmflora synthetisiert. Vitamin C (Ascorbinsäure) Es wird im Körper nicht synthetisiert, gelangt aber schon beim Kauen leicht ins Blut. Wir kennen es seit unserer Kindheit – das Vitamin aus der Zitrone. Aber Achtung: Der Tee mit Zitrone darf nicht kochend heiß sein, damit das Vitamin erhalten bleibt. Vitamin C ist hitzeempfindlich. Die fettlöslichen: A, D und E Vitamin A: Das ist das „Karotten-Vitamin“. Genauer gesagt enthält die Karotte Carotin, das unser Körper in Vitamin A umwandelt. Vitamin D: Es wird auch Sonnenvitamin genannt, da unsere Haut es unter Sonneneinstrahlung bilden kann. Da wir die Sonne oft zu selten sehen, reicht diese Quelle meist nicht aus. Es ist auch in fettem Fisch und Eiern enthalten. Vitamin E: Unser Körper kann es nicht selbst herstellen. Es kommt nur über die Nahrung: Pflanzenöle, Sprossen, Nüsse. Wichtig: Die Einnahme von Tablettenformen fettlöslicher Vitamine ohne gleichzeitigen Verzehr von Fetten ist sinnlos, da sie sonst nicht aufgenommen werden. Wer sollte die Einnahme verschreiben? Welcher Arzt kann die richtige Einnahme von Vitaminen anordnen? Nur ein ARZT mit einer Spezialisierung als Ernährungsmediziner oder Diabetologe, und kein reiner Ernährungsberater ohne medizinisches Diplom. Vitamine sind keine Bonbons. Es ist riskant, ihre Einnahme von einem Nicht-Mediziner überwachen zu lassen. Meine Empfehlung heute unterscheidet sich nicht von der üblichen: Keine Selbstmedikation, keine „magischen“ Nahrungsergänzungsmittel. Zur Vorbeugung sind einfache Multivitamin-Komplexe mit minimaler Dosierung meist unbedenklich – sie dienen eher der Beruhigung. Aber bei einem echten Vitaminmangel (Avitaminose) müssen Sie sich an einen Arzt wenden. Häufig gestellte Fragen (FAQ) Warum brauchen Diabetiker mehr Vitamine? Diabetiker haben oft einen veränderten Stoffwechsel. Hohe Blutzuckerwerte können dazu führen, dass mehr wasserlösliche Vitamine über den Urin ausgeschieden werden. Zudem können bestimmte Medikamente die Aufnahme hemmen. Kann ich Vitamine ohne ärztlichen Rat einnehmen? Niedrig dosierte Multivitamin-Komplexe zur Vorbeugung sind in der Regel sicher. Hochdosierte Einzelpräparate, insbesondere fettlösliche Vitamine (A, D, E), sollten jedoch nur nach einer Blutuntersuchung und Rücksprache mit dem Arzt eingenommen werden. Welche Lebensmittel sind am besten für die Vitaminversorgung? Eine ausgewogene Ernährung ist der Schlüssel. Grünes Blattgemüse, Nüsse, fetter Fisch, Eier und pflanzliche Öle decken ein breites Spektrum ab. Für Vitamin B12 sind tierische Produkte notwendig. Ich bin mir nicht sicher, ob ich Ihnen etwas erzählen konnte, das Sie noch nicht wussten, aber ich wollte keine abgedroschenen Phrasen abschreiben. Dies ist mein persönlicher Blick und meine Meinung als interessierte Patientin. Beitragsnavigation Paprika bei Diabetes: Wirkung auf den Blutzucker und Tipps für die Ernährung Diabetes vorbeugen: Risikofaktoren, Symptome und effektive Strategien