Wichtiger Hinweis: Ich bin kein Mediziner und teile hier nur meine persönlichen Beobachtungen. Ich gebe keinesfalls Behandlungsempfehlungen. Alle Verordnungen und Therapien müssen ausschließlich von einem Arzt vorgenommen werden. Unmittelbar nachdem ich die Diagnose Typ-2-Diabetes ohne Medikamente und Therapiepläne zunächst gar nicht verstehen konnte, befand ich mich – wie fast jeder, der diese Nachricht erhält – in einem Schockzustand. Meine Werte waren in der Dekompensationsphase. Doch ich beschloss sofort zu handeln. Seit fast 30 Jahren esse ich weder Fleisch noch Geflügel, in keinerlei Form. Dafür liebe ich Fisch und Käse. Doch angesichts der Diagnose war ich entschlossen, radikale Maßnahmen zu ergreifen. Der erste Versuch: Der Fehler mit der Rohkost Ich hatte mich in diversen Foren über Rohkost eingelesen und unzählige Videos von Gesundheits-Gurus angesehen. Daraufhin änderte ich meine Ernährung grundlegend. Mein Plan sah folgendermaßen aus: Essen nach der Uhr: Exakt sechs Mahlzeiten pro Tag. Ausschließlich Rohkost: Ich nahm mein Essen überallhin mit. Kohlenhydrate: Die Gesamtmenge lag bei ca. 140 g pro Tag. Fettquellen: Proteine und Fette bezog ich nur aus Avocados und Nüssen. Kein Pflanzenöl im Salat. Mein Speiseplan bestand hauptsächlich aus Kohl, Karotten, Grapefruit, Nüssen, Gurken, Tomaten und Avocados. Andere Früchte aß ich nur minimal, auf Trauben und Bananen verzichtete ich komplett. Dazu trank ich nur reines Wasser. Das enttäuschende Ergebnis: Drei Monate lang trat keine Besserung ein! Der Blutzucker wollte nicht sinken, und mein Gewicht stagnierte. Vielleicht ist das eine Besonderheit meines Körpers, aber nach drei Monaten brach ich dieses Experiment ab. Ich war es leid. Die Wende: Warum häufiges Essen bei Insulinresistenz schadet Ich begann, nach den Ursachen für das Scheitern zu suchen. Es stellte sich als elementar einfach heraus, ein Fakt, den viele beim Thema Typ-2-Diabetes ohne Medikamente zu behandeln, übersehen. Es spielt fast keine Rolle, was ein Typ-2-Diabetiker isst – Insulin wird fast immer ausgeschüttet. Das Problem liegt in der Verwertung: Unsere Zellen „sehen“ das Insulin nicht (Insulinresistenz). Das Ergebnis ist fatal: Im Blut eines Typ-2-Diabetikers befindet sich nicht nur überschüssiger Zucker, sondern auch überschüssiges Insulin. Überschüssiges Insulin ist der direkte Weg zu mehr Fettdepots. Solange der Insulinspiegel hoch ist, ist Fettverbrennung biologisch fast unmöglich. Deshalb ist es für Diabetiker extrem schwer, mit ständigen Snacks (selbst gesunden) abzunehmen. Man muss dem Zucker und dem Insulin Pausen gönnen, damit sie sich normalisieren können, anstatt sie ständig „anzupeitschen“. Vergleich meiner Ansätze Hier ist eine Übersicht, wie ich meine Strategie geändert habe: Strategie Erster Versuch (Rohkost) Aktueller Erfolg (Intervallfasten) Mahlzeitenfrequenz 6x täglich (Alle 2-3 Stunden) 2x täglich (Lange Pausen) Insulin-Reaktion Dauerhaft erhöht Hat Zeit zu sinken Ergebnis Gewichtsstagnation, hoher Zucker Gewichtsverlust (-20kg), Normwerte Natürlich gilt: Wenn ein Diabetiker blutzuckersenkende Medikamente nimmt oder Insulin spritzt, sind häufige Mahlzeiten oft notwendig, um eine Unterzuckerung (Hypoglykämie) zu vermeiden. Mein Weg ist jedoch der eines Menschen, der keine Medikamente einnimmt. Der Dialog mit dem Endokrinologen Sofort nach der Diagnose beschloss ich, einen alternativen Weg zu gehen. Als ich meine Endokrinologin fragte, wie viele Menschen sie bitten, ihnen bei der Normalisierung des Blutzuckers ohne Medikamente – nur durch Lebensstiländerung – zu helfen, antwortete sie traurig: „Sie sind die Erste.“ Dabei ist sie eine sehr erfahrene Ärztin in gesetztem Alter. Sie erzählte mir, dass es meist genau umgekehrt sei: Die Patienten bitten um Medikamente, damit sie ihren Lebensstil nicht ändern müssen und der Zucker trotzdem „stimmt“. Sie öffnete mir die Augen darüber, was Diabetes Typ 2 wirklich ist und dass Medikamente oft keine Dauerlösung sind. Mit der Zeit steigen die Dosen, und irgendwann kommt das Insulin hinzu. Ich hatte großes Glück mit meiner Ärztin. Ich denke oft: Wenn wir Patienten den Ärzten signalisieren würden, dass wir bereit sind, Verantwortung zu übernehmen und nicht nur Tabletten wollen, wäre der Behandlungserfolg vielleicht viel größer? Mein aktueller Lebensstil und Ergebnisse Neben der Ernährungsumstellung habe ich auch Erfahrungen mit Fasten gesammelt (davon erzähle ich in zukünftigen Artikeln). Aber bitte: Kopieren Sie meine Experimente nicht blindlings. Ich schreibe darüber, damit Sie nicht die gleichen Fehler machen und auf Wunder hoffen. Mein heutiger Stand: Mein Blutzucker ist im Normbereich. Ich bin kein Rohköstler mehr. Rohkost hat mir nicht geschadet, aber auch nicht geholfen – ich habe nur drei Monate verloren. Ich esse zwei Mal am Tag. Keine Snacks. Dafür satt und lecker. Mein Gewicht sinkt von alleine. Über 20 Kilogramm sind bereits weg. Ich habe es nicht eilig. Ich wiege mich selten und setze mir keine Ziele für schnellen Gewichtsverlust. Gerade im Alter von über 50 Jahren ist eine zu schnelle Abnahme nicht gesund. Der Körper soll sich langsam normalisieren. Häufig gestellte Fragen (FAQ) Kann Rohkost Diabetes Typ 2 heilen? Meiner Erfahrung nach nicht zwingend. Selbst bei gesunder Rohkost kann die häufige Nahrungsaufnahme (z.B. 6 Mal am Tag) dazu führen, dass der Insulinspiegel dauerhaft hoch bleibt, was die Insulinresistenz nicht verbessert. Es kommt nicht nur darauf an, was man isst, sondern auch wie oft. Ist Intervallfasten für Diabetiker sicher? Für Typ-2-Diabetiker, die keine blutzuckersenkenden Medikamente nehmen, kann es sehr effektiv sein, um den Insulinspiegel zu senken. Wichtig: Wer Medikamente nimmt, muss dies zwingend mit dem Arzt absprechen, da sonst eine gefährliche Unterzuckerung droht. Wie schnell sinkt der Blutzucker ohne Medikamente? Das ist individuell sehr verschieden. Bei mir dauerte der „falsche Weg“ über Rohkost 3 Monate ohne Erfolg. Nach der Umstellung auf 2 Mahlzeiten pro Tag und Reduzierung der Kohlenhydrate verbesserten sich die Werte stetig parallel zur Gewichtsabnahme. Möchten Sie mehr erfahren? Treten Sie meinem kostenlosen Telegram-Kanal bei, um kein Rezept zu verpassen: Überliste Diabetes (Telegram). 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