Ärzte sprechen heute von einer Diabetes-Epidemie: Nach Angaben der WHO leben weltweit mehr als 200 Millionen Menschen mit dieser Diagnose, und die Zahl der Betroffenen steigt jedes Jahr. Es ist wichtig, die Warnzeichen frühzeitig zu erkennen und zu verstehen, wie man die Risiken minimieren kann.

Diabetes Symptome und Warnzeichen

Hauptsymptome: Worauf Sie achten sollten

Die Symptome von Typ-1- und Typ-2-Diabetes sind in vielerlei Hinsicht ähnlich. Der Unterschied besteht darin, dass sich die Krankheit beim ersten Typ schnell entwickelt und sich deutlich bemerkbar macht. Typ-2-Diabetes ist schwieriger zu diagnostizieren, da die Symptome oft nur schwach ausgeprägt sind.

Achten Sie auf folgende Anzeichen:

  • Durst und Mundtrockenheit: Betroffene trinken viel mehr als früher, das Flüssigkeitsvolumen kann auf 3–5 Liter pro Tag ansteigen.
  • Plötzlicher Gewichtsverlust: Das Gewicht sinkt, obwohl Lebensstil und Ernährung unverändert bleiben.
  • Ständige Müdigkeit: Sie fühlen sich möglicherweise schon morgens erschöpft; es treten Reizbarkeit, Schwäche und Schläfrigkeit auf.
  • Veränderter Harndrang: Der Harndrang wird häufiger und die Menge nimmt zu.
  • Übelkeit: Es treten plötzliche Anfälle von Übelkeit und Erbrechen auf.
  • Taubheitsgefühl: Ein Kribbeln in den Fingern oder Taubheit in Händen und Füßen.
  • Hautprobleme: Die Haut wird trockener, und es tritt Juckreiz auf.

Diabetes mellitus ist eine der häufigsten chronischen Erkrankungen unserer Zeit. Einerseits ist er gut erforscht, und Patienten, die auf ihren Körper achten und den Behandlungsplan ihres Arztes befolgen, führen ein erfülltes Leben. Andererseits wächst die Zahl der Patienten weltweit exponentiell. Der Grund: Wir nehmen mehr Kalorien zu uns, als wir verbrauchen, bewegen uns zu wenig und sind oft zu beschäftigt, um auf die Signale unseres Körpers zu hören.

Zwei Typen von Diabetes

Es werden zwei Haupttypen von Diabetes unterschieden:

  • Typ 1: Der Körper produziert nicht genügend Insulin. Betroffen sind meist Kinder und junge Menschen unter 30 Jahren. Die Krankheit ist nicht heilbar, kann aber rechtzeitig erkannt werden, um schwere Folgen zu vermeiden.
  • Typ 2: Der Körper kann das produzierte Insulin nicht effektiv nutzen. Dies ist typischerweise eine Erkrankung des Erwachsenenalters. Oft entsteht sie durch Übergewicht oder mangelnde körperliche Aktivität, aber auch die genetische Veranlagung spielt eine große Rolle. Wenn es Diabetiker in der Familie gibt, ist es ratsam, wenn alle Familienmitglieder einen gesunden Lebensstil pflegen.
Unterschiede Diabetes Typ 1 und Typ 2

Behandlung und technischer Fortschritt

Dr. Mikhail Antsiferov, ein renommierter Endokrinologe, weist auf die Fortschritte in der Behandlung hin. Der wichtigste Durchbruch gelang 1922 mit der Isolierung von Insulin durch Frederick Banting und Charles Best. In den 1980er Jahren lernte man, Insulin gentechnisch im Labor herzustellen, statt es aus tierischen Quellen zu gewinnen.

Heute geht der Trend zur Kombinationstherapie und verbesserten Selbstkontrolle. Moderne Glukosemessgeräte liefern Ergebnisse in wenigen Sekunden, können Daten an Computer übertragen oder sprechen (für Sehbehinderte). Ein wichtiges Feld sind Insulinpumpen, die zunehmend als „künstliche Bauchspeicheldrüse“ fungieren, indem sie den Blutzucker messen und Insulin automatisch dosieren.

7 Risikofaktoren

Wissenschaftler kennen die Faktoren, die das Krankheitsrisiko erhöhen. Viele davon können wir kontrollieren:

  1. Bewegungsmangel: Wenn Muskeln nicht arbeiten, bleibt Glukose im Blut statt als Energie verbraucht zu werden.
  2. Bauchfett: Fett im Taillenbereich ist oft ein Symptom des metabolischen Syndroms, das die Insulinsensitivität der Zellen verringert.
  3. Genetik: Diabetes bei nahen Verwandten (Eltern, Geschwister) erhöht das eigene Risiko.
  4. Schlafmangel: Weniger als 5-6 Stunden Schlaf aktivieren Stresshormone, die den Appetit anregen und zu Gewichtszunahme führen.
  5. Bluthochdruck: Hypertonie verdoppelt das Diabetesrisiko.
  6. Alter: Typ-2-Diabetes entwickelt sich häufiger nach dem 35.-40. Lebensjahr.
  7. Erhöhter Glukosespiegel: Regelmäßige Kontrolle ist für Risikogruppen entscheidend.
Gesunde Ernährung Pyramide

Ernährung: Zucker, Fett und die Pyramide

Übergewicht ist ein Hauptrisikofaktor. Eine Gewichtsreduktion von nur 5–10 % kann den Blutzuckerspiegel bereits senken. Achten Sie beim Einkaufen nicht nur auf Zucker, sondern auch auf versteckte Fette (z. B. 40 % Fett in Käse) und einfache Kohlenhydrate in Süßigkeiten und Getränken.

Die ideale Nährstoffverteilung

Verzichten Sie nicht komplett auf Kohlenhydrate, da der Körper sonst Zucker aus Proteinen und Fetten gewinnt, was zur Bildung von Ketonen führen kann. Eine rationale Ernährung sieht laut Experten wie folgt aus:

Nährstoff Empfohlener Anteil am Kalorienbedarf
Kohlenhydrate bis zu 60%
Fette ca. 25%
Proteine 12–15%

Der Teller-Trick: Füllen Sie die Hälfte Ihres Tellers mit kalorienarmem Gemüse (Grünzeug, Tomaten, Gurken, Kohl). Die andere Hälfte teilen Sie zwischen Fleisch und gesunden Kohlenhydraten (Reis, Hartweizennudeln) auf.

Häufige Mythen über Diabetes

Ist Roggenbrot gesünder als Weizenbrot für Diabetiker?

Dies ist ein Mythos. In Bezug auf den Blutzucker beeinflussen Roggen- und Weizenbrot den Körper fast gleich.

Senkt Buchweizen den Blutzucker?

Nein, Buchweizen beeinflusst den Zuckerspiegel genauso wie andere Getreidesorten. Er ist gesund, aber kein Wundermittel.

Darf man grüne Äpfel essen, aber keine roten?

Das stimmt nicht. Beide Sorten enthalten ungefähr die gleiche Menge an Kohlenhydraten, unabhängig von der Farbe oder dem subjektiven Süßeschmack.

Ist Honig ein gesunder Ersatz für Zucker?

Für den Endokrinologen ist Honig im Grunde dasselbe wie Zucker. Dem Körper ist die Quelle der Kohlenhydrate fast egal. Die geringen Mengen an Nährstoffen im Honig rechtfertigen nicht die hohe Zuckerlast.

Diabetes bei Kindern erkennen

Diabetes bei Kindern

Es ist wichtig, auch bei Kindern wachsam zu sein. Anna Karpushkina, Expertin für Kinderendokrinologie, warnt, dass bei vielen Kindern die Diagnose erst gestellt wird, wenn bereits eine Ketoazidose (eine gefährliche Stoffwechselentgleisung) vorliegt. Eltern sollten auf Symptome wie häufiges Wasserlassen, extremen Durst und Appetitlosigkeit achten. Moderne Medizin ermöglicht es Kindern heute, die Krankheit erfolgreich zu kontrollieren.


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