Verschiedene Mehlsorten für Diabetiker in Schalen

Häufig fragen Patienten mit Diabetes ihren Arzt: „Herr Doktor, ich liebe Gebäck und Desserts so sehr, aber welches Mehl bei Diabetes darf ich eigentlich zum Kochen und Backen verwenden?“

Diese Frage ist absolut berechtigt, denn eine Diagnose bedeutet nicht zwangsläufig den kompletten Verzicht auf Genuss. Heute sprechen wir über die Vor- und Nachteile verschiedener Mehlsorten und darüber, welche Arten für Diabetiker am besten geeignet sind. Wir werden analysieren, wie sich verschiedene Mehle auf den Blutzuckerspiegel auswirken und wie Sie Ihre Lieblingsrezepte gesünder gestalten können.

Warum herkömmliches Weizenmehl problematisch ist

Das klassische Weizenmehl (Type 405 oder 550), das wir aus Supermarkt-Croissants und weißen Brötchen kennen, hat einen extrem hohen glykämischen Index (GI). Das bedeutet, dass es vom Körper blitzschnell in Zucker umgewandelt wird und den Blutzuckerspiegel rasant ansteigen lässt.

Die erste Regel lautet daher: Weizenmehl höchster Qualität (Weißmehl) streichen wir aus dem Speiseplan. Gekaufte Gebäckstücke aus Weißmehl gehören ebenfalls der Vergangenheit an, wenn Sie Ihren Blutzucker stabil halten möchten.

Die besten Alternativen: Ein detaillierter Überblick

Es gibt glücklicherweise viele Alternativen, die nicht nur gesünder sind, sondern auch geschmacklich neue Welten eröffnen. Hier ist eine Analyse der beliebtesten Sorten:

1. Reismehl

Dies ist heutzutage eine sehr beliebte Mehlart. Ein großer Vorteil ist, dass Reis kein Gluten enthält. Aus Sicht des Magen-Darm-Trakts und des Immunsystems ist dieses Mehl also interessant. Aber Vorsicht – bei Diabetes ist entscheidend, aus welchem Reis das Mehl hergestellt wurde:

  • Mehl aus weißem Reis: Dies ist ein schnelles Kohlenhydrat mit einem hohen GI. Daher sollten wir Mehl aus weißem Reis aus dem Speiseplan ausschließen.
  • Mehl aus braunem, wildem oder schwarzem Reis: Diese Sorten haben einen niedrigeren GI. Mehl aus braunem Reis (Vollkornreismehl) können wir daher in moderaten Mengen konsumieren.

2. Amaranthmehl

Amaranth ist ein sogenanntes Pseudogetreide. Es enthält kein Gluten und hat einen niedrigeren glykämischen Index als klassisches Weizenmehl. In angemessenen Mengen ist dieser Mehltyp eine hervorragende Ergänzung für die diabetische Küche, da er zudem reich an Proteinen und Mineralstoffen ist.

3. Roggenmehl und dunkles Weizenmehl

Dunklere Mehlsorten (z.B. Weizenmehl Type 1050 oder Vollkorn) und Roggenmehl sind aus Sicht des GI nützlicher als Weißmehl und bei Diabetes grundsätzlich erlaubt. Sie lassen den Blutzucker langsamer ansteigen.

Hinweis: Diese Mehlsorten enthalten jedoch Gluten. Wenn Sie also empfindlich auf Gluten reagieren oder Entzündungsprozesse im Körper reduzieren möchten, würde ich raten, auch diese Sorten zu begrenzen.

4. Buchweizenmehl

Buchweizenmehl ist ein Klassiker in der gesunden Ernährung. Es enthält kein Gluten, hat einen akzeptablen glykämischen Index und ist für die Verwendung bei Diabetes zugelassen. Es hat einen nussigen, kräftigen Geschmack, der sich hervorragend für Pfannkuchen oder rustikales Brot eignet.

Gesunde Backzutaten und Mehlalternativen auf einem Tisch

5. Kokosmehl

Kokosmehl ist sehr ballaststoffreich und glutenfrei. Je nach Hersteller kann der Gehalt an Fruchtzucker variieren, daher lohnt sich immer ein Blick auf das Etikett (Kohlenhydratanteil prüfen). In der Regel enthält es nur eine geringe Menge Fruktose und kann bei Diabetes gut angewendet werden. Beachten Sie beim Backen, dass Kokosmehl extrem viel Flüssigkeit saugt – Sie benötigen also mehr Eier oder Wasser im Rezept.

Der Gewinner: Nussmehle

Wenn wir über Mehl mit einem minimalen Kohlenhydratgehalt sprechen, dann ist Mehl aus Nüssen die beste Wahl. Mandelmehl, Haselnussmehl oder Walnussmehl bestehen hauptsächlich aus gesunden Fetten und Proteinen und haben kaum Auswirkungen auf den Blutzucker.

Vergleichstabelle: Mehlsorten im Überblick

Um Ihnen die Auswahl zu erleichtern, habe ich eine Übersicht der gängigen Mehlsorten erstellt:

Mehlsorte Glykämischer Index (GI) Glutenfrei? Eignung bei Diabetes
Weizenmehl (Weiß) Sehr Hoch Nein ❌ Vermeiden
Reismehl (Weiß) Hoch Ja ❌ Vermeiden
Reismehl (Braun/Vollkorn) Mittel Ja ✅ In Maßen okay
Buchweizenmehl Mittel Ja ✅ Gut geeignet
Amaranthmehl Mittel Ja ✅ Gut geeignet
Roggenmehl Mittel Nein ✅ Okay (enthält Gluten)
Mandelmehl (Nussmehle) Sehr Niedrig Ja ⭐ Beste Wahl

Wichtige Warnung: Das Maß ist entscheidend!

Es ist wichtig, Folgendes zu berücksichtigen: Alle oben genannten Mehlsorten (außer Nussmehle) – einschließlich des von vielen geliebten Buchweizenmehls – sind Kohlenhydrate!

Ja, sie sind „langsamere“ Kohlenhydrate als Weißmehl, aber es bleiben Kohlenhydrate. Wenn wir Kohlenhydrate übermäßig essen, werden der Blutzucker und das Gewicht steigen. Deshalb gilt auch hier: Erinnern Sie sich an das Maßgefühl!

Häufig gestellte Fragen (FAQ)

Darf ich bei Diabetes überhaupt noch Brot essen?

Ja, aber die Wahl des Mehls ist entscheidend. Brot aus Vollkorn, Roggen oder spezielles Eiweißbrot (oft aus Nussmehlen) lässt den Blutzucker deutlich weniger ansteigen als Weißbrot.

Welches ist das absolut beste Mehl für Diabetiker?

Nussmehle, wie entöltes Mandelmehl, gelten als die beste Option. Sie enthalten sehr wenige Kohlenhydrate, sind reich an Ballaststoffen und Proteinen und beeinflussen den Blutzucker kaum.

Wie backe ich mit glutenfreiem Mehl?

Da glutenfreien Mehlen (wie Kokos- oder Mandelmehl) das Klebereiweiß fehlt, benötigen Sie oft mehr Eier oder Bindemittel wie Flohsamenschalen oder Guarkernmehl, damit der Teig zusammenhält.

Experimentieren Sie mit neuen Rezepten und entdecken Sie, wie lecker gesunde Ernährung sein kann. Ihre Gesundheit wird es Ihnen danken!

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