Hallo zusammen! Das Leben ist oft unvorhersehbar und hält Ereignisse bereit, die alles andere als angenehm sind. Genau so erging es mir vor mehr als 7 Jahren. Die Ereignisse und Gefühle, die ich in dem Moment empfand, als mir die Diabetes Diagnose gestellt wurde, werden mir für immer im Gedächtnis bleiben.

Über die Emotionen und Gefühle in dem Moment zu sprechen, in dem man den Satz hört: „Sie haben Diabetes mellitus“, ist unglaublich schwer. Zumindest ich erlebte einen gewaltigen emotionalen Ausbruch. Wut, Verleugnung und Angst wechselten sich ab. Und das nicht nur für einen Tag oder zwei, sondern über mehrere Wochen hinweg.

Emotionale Phasen nach einer Diabetes Diagnose

Unterschiedliche Reaktionen auf die Krankheit

Ich habe von sogenannten emotional starken Menschen gehört, die nach der Mitteilung ihrer Diabetes Diagnose „nicht einmal mit der Wimper gezuckt“ haben. Es gibt tatsächlich Menschen, die diese Worte mehr oder weniger gelassen aufnehmen. Aber für die meisten von uns ist es ein Schock.

Psychologen sprechen oft von den 5 Phasen der Trauer oder des Umgangs mit schwerwiegenden Veränderungen: Verleugnung – Wut – Verhandeln – Depression – Akzeptanz. Mir scheint, dass ich – und viele andere Betroffene – genau diesen Prozess durchlaufen haben. Wie war das bei Ihnen? Schreiben Sie gerne in die Kommentare, wie Ihre Akzeptanz des Diabetes verlief!

Wichtiger Hinweis: Das Material in diesem Artikel dient nicht als medizinische Empfehlung oder Behandlungsanleitung! Konsultieren Sie bei allen Fragen rund um Diabetes unbedingt Ihren behandelnden Arzt.

Meine persönliche Reise durch die Phasen

Zum Zeitpunkt der Diagnose war ich gerade 18 Jahre alt. Mein Wissen beschränkte sich auf das Klischee „Diabetes kommt vom Süßen“. Als man mir begann, Insulin zu spritzen und sagte, das sei nun für den Rest meines Lebens notwendig, bekam ich solche Angst, dass ich es bis zuletzt nicht glauben wollte.

1. Verleugnung

In der ersten Woche war mein Zustand völlig zerschlagen, genau wie meine emotionale Verfassung. Ich wollte es einfach nicht wahrhaben. Die Vorstellung, chronisch krank zu sein, passte nicht in mein Weltbild eines 18-Jährigen.

2. Wut

Ich war reizbar und wollte absolut mit niemandem über das Geschehene sprechen. Ein großes Dankeschön an meine Eltern, die meinen Zustand anscheinend spürten und so taten, als wäre alles in Ordnung (obwohl ich wusste, dass sie sich nicht weniger Sorgen machten als ich). Die Frage, die mir ständig im Kopf herumging: „Warum ausgerechnet ich?“

3. Verhandeln (Torg)

Ich begann zu denken: „Es gibt doch Menschen, die mit schlimmeren Krankheiten leben.“ Ich suchte nach Informationen, las alles über Diabetes und wog alle Risiken und Folgen ab. Beruhigte mich das? Nein. In mir brodelten weiterhin Gefühle der Ungewissheit und Angst vor der Zukunft. Ich versuchte innerlich zu verhandeln, hoffte auf einen Irrtum oder eine schnelle Heilung.

4. Depression

Für eine weitere Woche fiel ich in einen Zustand der Apathie. Ich hatte absolut keine Stimmung. Die Unterstützung von Freunden und Eltern funktionierte jedoch und verhinderte, dass ich mich für längere Zeit vollständig in mich selbst zurückzog.

5. Akzeptanz

Ich erinnere mich genau an den Moment, als ich beschloss, mich zusammenzureißen. Die Erkenntnis, dass ich meine Gesundheit bewahren kann, wenn ich auf mich achte, meinen Blutzucker kontrolliere und meine Ernährung anpasse, drängte mich zu entschlossenem Handeln.

Danach folgten Jahre der Arbeit an mir selbst und dem Diabetes. Fehler, Rückschläge, gezogene Schlussfolgerungen. Auch heute lerne ich noch dazu, mache manchmal Fehler, aber letztendlich überwache ich meinen Diabetes, damit er nicht die Kontrolle über mich übernimmt.


Leben mit Diabetes: Mythen vs. Fakten

Im Rahmen meiner Akzeptanz musste ich viele Vorurteile abbauen, die mir Angst machten. Hier ist eine Übersicht, die vielleicht auch Ihnen direkt nach der Diabetes Diagnose hilft:

Mythos Fakt
Diabetes bekommt man nur, wenn man zu viel Zucker isst. Typ-1-Diabetes ist eine Autoimmunerkrankung und hat nichts mit Zuckerkonsum zu tun. Auch Typ-2 ist komplexer (Genetik, Lebensstil).
Diabetiker dürfen gar nichts Süßes mehr essen. In Maßen und mit der richtigen Insulinabdeckung sind Süßigkeiten erlaubt, sollten aber nicht die Basis der Ernährung sein.
Mit Diabetes kann man keinen Sport treiben. Sport ist sogar sehr wichtig! Viele Profisportler sind Diabetiker. Man muss nur lernen, den Blutzucker dabei zu managen.
Insulin heilt den Diabetes. Insulin ist eine lebensnotwendige Therapie, aber (noch) keine Heilung. Es ersetzt das Hormon, das der Körper nicht mehr produziert.

Praktische Tipps für die erste Zeit

Wenn Sie oder ein Angehöriger die Diagnose gerade erst erhalten haben, kann alles überwältigend wirken. Hier sind einige Schritte, die mir geholfen haben, schneller zur Phase der Akzeptanz zu gelangen:

  • Wissen ist Macht: Je mehr Sie über die physiologischen Vorgänge in Ihrem Körper verstehen, desto weniger Angst haben Sie vor dem Unbekannten.
  • Keine Panik bei Schwankungen: Am Anfang wird der Blutzucker Achterbahn fahren. Das ist normal. Ihr Körper und Sie müssen sich erst aufeinander einstellen.
  • Suchen Sie Gemeinschaft: Es hilft enorm, sich mit anderen Betroffenen auszutauschen. Sie sind nicht allein!
  • Technik nutzen: Moderne Sensoren (CGM) und Pumpen machen das Leben heute viel einfacher als noch vor 10 oder 20 Jahren.

Häufig gestellte Fragen (FAQ)

Ist eine Diabetes Diagnose ein Todesurteil?

Absolut nicht. Mit moderner Medizin, guter Einstellung und Disziplin haben Menschen mit Diabetes heutzutage eine fast identische Lebenserwartung wie Menschen ohne Diabetes. Es erfordert Anpassung, aber ein erfülltes Leben ist definitiv möglich.

Wie lange dauert die Phase der Depression nach der Diagnose?

Das ist sehr individuell. Bei mir dauerte die akute Phase einige Wochen. Bei anderen kann es nur Tage dauern oder Monate anhalten. Wenn Sie merken, dass Sie alleine nicht herauskommen, scheuen Sie sich nicht, professionelle psychologische Hilfe in Anspruch zu nehmen.

Kann ich meinen Lebensstil beibehalten?

In vielerlei Hinsicht ja. Sie können reisen, arbeiten, feiern und Hobbys nachgehen. Allerdings erfordert alles etwas mehr Planung. Spontaneität ist möglich, muss aber mit dem Blutzuckermanagement abgestimmt werden.

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