Die Ernährung spielt eine entscheidende Rolle bei der Kontrolle des Blutzuckerspiegels. Getreide bei Diabetes ist oft ein umstrittenes Thema. Einerseits liefern Getreideprodukte wertvolle „langsame“ Kohlenhydrate, die lange sättigen und den Glukosespiegel nur mäßig ansteigen lassen. Andererseits besteht fast jeder Brei zu einem großen Teil aus Stärke – in manchen Fällen bis zu 80 Prozent. Diese Stärke wird im Körper in Glukose umgewandelt, die direkt ins Blut gelangt.

Der Schlüssel liegt in der richtigen Auswahl und Zubereitung. Der optimale Zeitpunkt für den Verzehr von Getreide ist der Morgen. Ein kohlenhydratreiches Frühstück liefert Energie für die erste Tageshälfte. Doch nicht alle Sorten sind gleich gut geeignet. Wir haben die fünf besten Optionen für Sie analysiert.

Getreide ist bei Diabetes nützlich, sollte aber in Maßen genossen werden

Getreide ist bei Diabetes nützlich, sollte aber in Maßen genossen werden

Die Top 5 Getreidesorten für Diabetiker

1. Buchweizen (Grechka)

Buchweizen gilt als der Favorit unter den Getreidesorten für Diabetiker und wird von vielen sogar als „Heilmittel“ betrachtet. Tatsächlich gibt es Diäten, bei denen Patienten fast ausschließlich Buchweizen konsumieren und von einer Verbesserung ihres Zustands berichten.

Wissenschaftliche Untersuchungen stützen diese Beobachtung teilweise. Kanadische Forscher haben festgestellt, dass Buchweizen neben einem idealen Aminosäureprofil und vielen Vitaminen auch die Substanz Chiro-Inositol enthält. Dieser Stoff hilft, die Aufnahme des eigenen Zuckers zu regulieren: Während Stärke zu Glukose wird, senkt Chiro-Inositol deren Konzentration im Blut um bis zu 20 Prozent – zumindest in Studien an diabetischen Ratten.

Buchweizengrütze ist reich an Eiweiß und senkt den Blutzuckerspiegel

Buchweizengrütze ist reich an Eiweiß und senkt den Blutzuckerspiegel

Wichtig: Buchweizen ist gesund, aber kein Ersatz für Medikamente. Eine reine Buchweizen-Diät oder das Absetzen von Insulin ohne ärztliche Rücksprache kann gefährliche Folgen haben. Essen Sie ihn in Maßen.

2. Haferflocken (Haferbrei)

Haferflocken haben zwar keinen direkten blutzuckersenkenden Effekt wie Medikamente, sind aber aus anderen Gründen hervorragend geeignet. Der Stärkegehalt ist im Vergleich zu anderen Getreidesorten geringer, weshalb der Blutzucker weniger stark ansteigt. Zudem enthält Hafer Beta-Glucan. Diese speziellen Ballaststoffe fördern die Darmgesundheit und können helfen, den Cholesterinspiegel zu senken.

Haferflocken sind reich an Ballaststoffen - Beta-Glucan

Haferflocken sind reich an Ballaststoffen – Beta-Glucan

3. Reis (Vorsicht bei der Sorte!)

Reis ist nicht gleich Reis. Weißer, geschliffener Reis ist bei Diabetes kaum besser als Weißbrot oder Zucker: Er besteht fast nur aus schnellen Kohlenhydraten, enthält kaum Vitamine oder Ballaststoffe und lässt den Blutzucker in die Höhe schießen. Es sind „leere Kalorien“.

Die bessere Wahl: Greifen Sie stattdessen zu ungeschältem Naturreis, rotem Reis oder Wildreis. Diese Varianten enthalten mehr Faserstoffe, die die Aufnahme der Kohlenhydrate verlangsamen.

4. Hirse

Hirse ist hypoallergen und bei Diabetes sehr empfehlenswert. Sie besitzt eine lipotrope Wirkung, was bedeutet, dass sie die Fettaufnahme aus dem Darm ins Blut hemmen kann. Durch ihren hohen Ballaststoffgehalt verbessert Hirse die Verdauung. Zudem ist sie reich an B-Vitaminen sowie Magnesium und Kalzium, was für den Stoffwechsel wichtig ist.

5. Dinkel (Spelz)

Dinkel, ein Verwandter des Weizens mit härterem Korn, erlebt zu Recht ein Comeback. Er enthält große Mengen an Ballaststoffen, Phosphor, Zink, Kalium und Eisen. Besonders wertvoll für Diabetiker sind die enthaltenen Folsäure- und Nikotinsäure-Anteile, die regulierend auf die Funktion der Bauchspeicheldrüse wirken können.

Dinkel und Weizen sind Getreidearten, die bei Diabetes nützlich sind

Dinkel ist eine Getreideart, die bei Diabetes nützlich ist

Vergleichstabelle: Glykämischer Index (GI) von Getreide

Um die richtige Wahl für Ihr Getreide bei Diabetes zu treffen, hilft ein Blick auf den Glykämischen Index. Je niedriger der Wert, desto besser.

Getreideart Glykämischer Index (ca.) Empfehlung
Buchweizen 50-55 Sehr gut
Haferflocken (grob) 55 Gut
Dinkel 60 Mäßig
Hirse 70 In Maßen
Weißer Reis 85+ Vermeiden

Wichtige Tipps zur Zubereitung und Kombination

Selbst das gesündeste Getreide besteht überwiegend aus Kohlenhydraten. Eiweiß ist – mit Ausnahme von Buchweizen – kaum vorhanden. Ein reiner Getreidebrei kann daher den Blutzucker schneller ansteigen lassen, als gewünscht. Beachten Sie folgende Regeln:

  • Eiweiß hinzufügen: Ergänzen Sie Ihr Frühstück immer mit einer Proteinquelle. Ein Omelett, Quark, Käse oder ein Stück Fisch verlangsamen die Zuckeraufnahme.
  • Gesunde Fette nutzen: Verzichten Sie auf Butter. Nutzen Sie stattdessen hochwertige Pflanzenöle wie Leinöl oder Olivenöl. Auch Nüsse, Leinsamen oder Sonnenblumenkerne werten die Mahlzeit auf und senken die glykämische Last.
  • Bissfest kochen (Al Dente): Kochen Sie das Getreide nicht zu weich. Je stärker Getreide verkocht ist (z.B. zu Schleim), desto schneller wird die Stärke in Zucker umgewandelt. „Al dente“ ist gesünder.
  • Vermeiden Sie Instant-Produkte: Schnellkochende Haferflocken oder Grießbrei haben einen extrem hohen glykämischen Index und sollten gemieden werden.

Häufig gestellte Fragen (FAQ)

Welches Getreide senkt den Blutzucker am besten?

Buchweizen gilt als eines der besten Getreidearten zur Regulierung des Blutzuckers, da er Chiro-Inositol enthält. Auch Haferflocken sind aufgrund des Beta-Glucans sehr empfehlenswert.

Darf ich bei Diabetes Reis essen?

Weißer, geschliffener Reis sollte vermieden werden, da er den Blutzucker schnell erhöht. Vollkornreis, roter Reis oder Wildreis sind jedoch in moderaten Mengen erlaubt und enthalten wertvolle Ballaststoffe.

Warum sollte man Getreide mit Fett oder Eiweiß kombinieren?

Die Kombination von Kohlenhydraten (Getreide) mit Eiweiß und gesunden Fetten verlangsamt die Verdauung und die Aufnahme von Glukose ins Blut. Dies verhindert starke Blutzuckerspitzen nach dem Essen.

Zusammenfassend lässt sich sagen: Getreide ist ein wichtiger Bestandteil der Ernährung, auch bei Diabetes. Wenn Sie die richtigen Sorten wählen (Buchweizen, Hafer, Dinkel) und diese klug mit Proteinen und gesunden Fetten kombinieren, starten Sie energiegeladen und mit stabilen Werten in den Tag.

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